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Münsingen

Erlebnis Schwäbische Alb am Münsinger Bahnhof, regionale Küche, Wandern entlang des Flüsschens Lauter und prächtige Pferde in Marbach


Seit Frühjahr 2006 hat die Kleinstadt Münsingen einen renovierten Bahnhof, der nicht nur Freunden des Zugfahrens Freude bereitet, sondern auch viele Informationen über die Alb anbietet. Münsingen hat außerdem einen Stadtkern mit Fachwerkhäusern, reizvoller Gastronomie und vielen Läden, die auch für Rolli- und RollatorfahrerInnen erreichbar sind. Ein Teil der Tour bringt uns in die Natur und zu wunderbaren Pferden.


Tourentesterin Inga Brüning, geboren 1937 in Breslau.

Inga mit Schaf und Schäfer

Nach der Flucht 1945 in Deutschland gelandet, zuletzt in Raststatt. Dort passierte 1976 der Unfall, der zu einer Querschnittslähmung ab T3 führte. Seither lebt Inga in Rappertshofen, ist Mitglied der Oldies und pflegt viele Kontakte zu behinderten und nichtbehinderten Menschen.

Die Testfahrt mit Jutta und Rainer auf die Alb am vergangenen Sonntag war einfach schön! Kühe, Lamas, Ziegen, Pferde, Wald, Wiesen, Dörfer, Bäche. Und das Wetter hat es so gut mit uns gemeint. Wir haben viel erlebt, und die Hälfte habe ich vergessen, aber ein paar Dinge sind mir in Erinnerung geblieben:

Inga lässt Dinkel wachsen

Der neue Münsinger Bahnhof zum Beispiel. Da wird man von einem „sprechenden Schäfer“ und einem wolligen Schaf empfangen, witzig. Und durch Gucklöcher in einem schwarzen Felsen sieht man eine Tropfsteinhöhle von innen. Man darf in sämtliche Räume, auch in den Arbeitsraum der Beamten.
Besonders schön ist die Gaststube. Viel Holz. Und alle Tische haben eine Glasplatte, unter der ausgestellt ist, was da so wächst: Körner, Obst, etc. Das Getreide kann man sogar „wachsen“ sehen, wenn man an einem Griff zieht, der von der Decke herunterhängt. Und bitte sehr: alles rolligerecht!
Das Restaurant Älbler, in dem wir zu Mittag gegessen haben. Als wir nach dem Essen mal schnell Pipichen machen wollten, wurden wir auf den „kaiserlich-königlichen Thron“ geleitet. Was haben wir gelacht. Ja wirklich, den muss man gesehen haben, und zwar im Restaurant.
Na, und diese wunderbare Rolli-Suite im Hotel Herrmann in Münsingen. Wohnzimmer, Schlafzimmer, alles Holz, ganz süße Mosaik-Nasszelle, Dusche und Waschbecken unterfahrbar, Handbrause natürlich, und Rolli-WC. Ich wäre am liebsten eingezogen.
Der rollstuhlgerechte Weg von Gomadingen bis Marbach. Ich bin nicht die fitteste und jüngste Rollifahrerin, aber so ¾ des Weges habe ich allein geschafft. Den Rest hat mich Rainer geschoben.
Na und dann Marbach: Die vielen unterschiedlichen Hengste ansehen ging ganz gut im Rolli, die Eingangshalle sowieso, mit diesem Riesenbildschirm mit Filmen über das Gestüt. Nur die Stuten mit ihren Fohlen, na ja, das ging nicht, aber egal. Man kriegt nicht alles.

Zurück ging alles ein bisschen langsamer. Wir sind dann noch mal eingekehrt, um was zu trinken, Café Koch in Gomadingen. Ich bin tausend Tode gestorben vor Angst, da war doch so ein steiler Abhang, aber dieser Rainer brachte mich heil runter und wieder hoch.
Alles in allem, es war ein wunderbarer, erlebnisreicher Tag. Mensch, Rolli-Leute, macht diesen Ausflug! Es lohnt sich.


Münsinger Bahnhof - Zentrum für Natur, Umwelt und Tourismus

Bild vom Bahnhof Münsingen

Seit April 2006 bietet der renovierte Bahnhof, neben Fahrkarten, viele tolle Informationen über die Region Schwäbische Alb. Die Züge sind bisher nicht für Menschen mit Rollstühlen erreichbar, auch für Ältere mit Gehbehinderungen dürfte es schwierig sein.
In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs ist ein Behindertenparkplatz ausgewiesen. Im Bahnhof ist eine perfekte, rolligerechte Toilette.

Im Bahnhof ist ein Restaurant: Stations-Buffet
Öffnungszeiten:
Sonn- und Feiertags von 10.00 – 17.30 Uhr (Mai bis Oktober)
Werktags: Gruppen ab zehn Personen auf Anfrage.

Besucheradresse Bahnhof:
Bahnhofstr. 8, 72525 Münsingen
Tel.: 07381 / 5017556 (Bahnhof, sonn- und feiertags)

am Kräuterpfad

Vom Bahnhof gelangt man nach ca. 200 m in einen kleinen Park, der direkt zur Albklinik führt. Im Park ist ein Kräuterpfad angelegt, der aufzeigt, welche Kräuter gegen Krankheiten helfen. Rezepte und viele weitere Tipps gibt es im Internet:
www.kraeuterland-alb.de und auf der Homepage von Münsingen unter dem Stichwort Kräuterpfad. Das letzte Teilstück im Park ist leider recht steil, mit dem Rollator aber gut zu schaffen.
Die Albklinik hat, wie der Bahnhof Rolliparkplätze und Toiletten und vor allem eine öffentliche Cafeteria. Internet: Albklinik Münsingen

Inga informiert sich über Höhlen

Weitere Informationen:
Touristinformation Münsingen
Hauptstr. 13, 72525 Münsingen, Tel.: 07381/182-145
Email: touristinfo@muensingen.de
Internet: www.muensingen.de
Parkplätze sind vorm Haus.

Interessante Links:
www.reiseziel-natur.de
www.bahnhof-muensingen.de
www.geopark-alb.de

In Münsingen lohnt es sich Urlaub zu machen. Es gibt gute und originelle Gaststätten und das Hotel Herrmann. Schauen Sie unter Gaststätten und Hotels. In der Nähe des Hotels im Zentrum ist ein öffentliches Parkhaus mit behindertengerechten Toiletten.
Geöffnet von 8:00 – 18:00 Uhr
Direkt gegenüber ist ein tolles Eiscafé, s. Kapitel Cafés.


Kultur in Münsingen

Ebenfalls im Zentrum von Münsingen ist die renovierte Zehntscheuer. Dort finden Veranstaltungen statt. Der untere Bereich ist für RollifahrerInnen zugänglich und verfügt auch über eine behindertengerechte Toilette. Das Programm erfragen Sie am Besten in der Tourist Information (s.o.).


Von Gomadingen nach Marbach

Bild von dem Flüsschen Lauter

Unsere Tour geht weiter in Gomadingen. Von Münsingen aus ca. 9 km. Von Marbach kommend beginnt die Wanderung am Ortsanfang von Gomadingen. Auf der Landstraße von Münsingen Richtung Engstingen ist der Ausgangspunkt am Ortsende.
Sie sehen einen kleinen See, an der Straße ist ein Schild zur Neuapostolischen Kirche. Direkt am See sind ausreichend Parkplätze. Links vom See ist ein Grillplatz mit Pavillon.

Der Weg führt nun, entlang der Bahngleise, ca. 2.5 km nach Marbach. Um den See, auf Schotter, sind noch einige interessante Tafeln über Tiere und Pflanzen der Alb. Sonntags muss man auf dem geteerten Weg mit vielen Rad- und InlinefahrerInnen rechnen.
Es gibt kaum Steigungen auf der Strecke, allerdings fällt der Weg leicht in Richtung des Flüsschens Lauter ab, d.h. der rechte, bzw. linke Arm wird bei RollifahrerInnen stärker belastet.

Bild von Inga auf dem Weg nach Marbach

In Marbach angekommen, unbedingt zuerst noch die Lauter überqueren, dann rechts, vor der Straße, zu den Stallungen fahren. Der Gehweg entlang der Straße ist schmal und ein hoher Randstein führt hinauf. Wer dennoch an der Straße entlang möchte, muss sich auf der Straße bewegen. Leider ist in Marbach Vieles recht steil. Für E-Rollis zu bewältigen, für RollisportlerInnen natürlich auch, alle anderen Menschen brauchen Hilfe.
Durch die Stallungen hindurch kommt man zu einem Kiosk mit Getränken, Kaffee und Kuchen und regionalen Produkten. Von hier führt der Weg ein kurzes Stück steil nach oben zur Straße. Die Straße muss überquert werden und man sieht das Tor des Haupt- und Landgestüts Marbach. Links ist ein Übersichtsplan.
Die Toiletten sind im Gebäude Nr. 10, der Reithalle. Dort ist auch der neue Treffpunkt Marbach, mit einem Flachbildschirm und Informationen über Marbach, Sitz- und Einkaufsmöglichkeiten. Rechts vom Treffpunkt ist eine behindertengerechte Toilette mit erhöhtem Sitz, ohne seitlichen Griff. Der Schotter kann umfahren werden.

Bild von Inga im Treffpunkt Marbach

Für Pferdeliebhaber stehen immer Hengstställe offen und man kann die Schönheiten bewundern.

Bild von Inga im Hengststall

Haupt- und Landgestüt Marbach
72532 Gomadingen – Marbach, Telefon: 07385/9695-0,
Email: poststelle@hul.bwl.de
Internet: www.gestuet-marbach.de

Nun geht es den gleichen Weg zurück bis Gomadingen.
Wer sich in Marbach nicht gestärkt hat, kann dies nun noch im Bistro Koch in Gomadingen tun (s. Kapitel Cafés).