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Outletcity Metzingen
Metzingen, eine kleine Stadt zwischen Reutlingen und Stuttgart, weltberühmt durch die Modefabrikverkäufe. Wir haben die Outlet Areale besucht, aber auch ein paar andere Besonderheiten, die mit der Region und der Tradition zu tun haben.
Metzingen kann bisher nur mit dem Auto von Menschen mit Mobilitätsbehinderungen angefahren werden. Der Bahnhof hat keine Hilfen, keine Aufzüge und das Telefon, für die Erlaubnis, die Schienen zu überqueren hängt so hoch, dass es ohne Hilfe nicht zu bedienen ist. Das Gleiche gilt für die Schranken, die den Überweg über die Schienen schützen. Selbst mit Begleitperson ist es eine Herausforderung.
Am „Projekt Metzingen“ waren neben den RollitesterInnen auch SchülerInnen beteiligt. Sie haben uns im Vorfeld viel Arbeit abgenommen und sind mit einer Frageliste losgezogen, um die Outlets zu prüfen.
Die Klasse besteht aus 29 SchülerInnen der 8ten Jahrgangsstufe, der Schönbein Realschule. Bei dem Projekt handelt es sich um ein Projekt das alle Schüler der Klasse 7 oder 8 machen. Der Titel ist „Soziales Engagement“. Dabei helfen die Schüler anderen Menschen oder Gruppen und überlegen wie man ihnen helfen kann. „Ich, die Klassenlehrerin: Tina Wakal, habe der Klasse verschiedene Möglichkeiten vorgestellt und sie haben sich dann für die Zusammenarbeit mit den Computer Oldies entschieden.
Die SchülerInnen die ich befragt habe fanden das Projekt gut. Sie fanden es toll, dass bei den meisten Läden, die sie kontrolliert haben, auf die Bedürfnisse von Behinderten geachtet wurde. Eine Gruppe hat sich einen Rollstuhl ausgeliehen und damit die eingeteilten Läden getestet, und eine Gruppe meinte, sie hätten einen etwas anderen Blick bekommen, worauf man achten muss.“
Die Rollitester
Vassilios Fotiou, geboren 1967 in Griechenland.
Seit einem Autounfall 1994 bin ich Rollstuhlfahrer. Ich arbeite seit 1999 bei der WALTER AG (ein Metall Firma in Tübingen) als Konstrukteur. Ich engagiere mich ehrenamtlich beim Kreisseniorenrat Reutlingen, bei der Aktion Service Plus und in der Behindertenliga.
Am 8. Februar war ich mit Jutta und Rainer in Metzingen auf Einkaufstour, um die Geschäfte zu testen, ob diese rollstuhlgerecht sind.
Das Einkaufszentrum Samtfabrik ist ohne fremde Hilfe zu erreichen und Parkplätze sind vor dem Haus vorhanden. Leider ist die Rampe zum Haupteingang des Hauses sehr steil. Alle Geschäfte sind barrierenfrei, aber die Kabinen sind leider sehr eng (nicht alle). Das Personal war sehr freundlich. Es gibt auch eine behindertengerechte Toilette.
Helga Jansons (siehe Tour 2): Wir waren in Metzingen im Boss Areal.
Dort gibt es wirklich ein Geschäft neben dem anderen. Zunächst sahen wir uns bei Boss um. Ich fuhr geradewegs auf die Tür zu, die auch tatsächlich nach innen aufgeht und war sehr überrascht als sie mir, kaum dass ich die Hand am Türgriff hatte, auch schon geöffnet wurde. Das tat ein zuvorkommender Wachmann. In die verschiedenen Stockwerke kommt man manchmal per Aufzug, allerdings in den meisten Fällen durch sehr steile Rampen, die immer mindestens 8% Steigung haben. Sehr wichtig ist auch, dass die geeigneten Umkleidekabinen im hinteren Bereich der Geschäfte sind und daher manchmal schwer zu finden sind. Am besten fragt man danach, ehe man ein Geschäft unverrichteter Dinge verlässt. In manchen Geschäften ist es sehr eng durch gestapelte Kartons oder Kleiderständer. Besucher und Verkaufspersonal war aber immer freundlich und hilfsbereit.
Einkaufen macht hungrig deswegen machten wir uns auf den Weg in Richtung Innenstadt. Zufällig las ich das Schild „Rose“ gutbürgerliche Küche. Außer einer Stufe von 8-9 cm Höhe hinderte uns nichts daran in die Gaststube zu gelangen, die sich als echt urig herausstellte. Die Speisekarte war auf schwäbisch geschrieben und hatte einen Sprachtest am Ende. In einem Prospekt wurde auf ein rollstuhlgerechtes Zimmer im dazugehörigen Gästehaus hingewiesen. Wir erhielten Gelegenheit, es zu besichtigen und waren begeistert. Das Bad ist mit Haltegriffen und ebenerdiger Dusche ausgestattet und es gibt einen Kippspiegel. Das Bett ist allerdings sehr hoch. Zur Terrasse gibt es eine minimale Stufe. Der Haken für die Jacke ist in erreichbarer Höhe angebracht. Mein Fazit: Ein gelungener Ausflug.
Bitte klicken Sie auf die Karte, dann öffnet sich eine PDF-Datei und Sie können
die Karte in DinA4 Größe ausdrucken.
Bisher gibt es vier Hauptstandorte von Fabrikverkäufen. Da die Läden in den Zentren gelegentlich wechseln, werden wir sie nicht einzeln erwähnen. Sie bekommen bei der Stadt einen Prospekt: Fabrikverkauf, Outlet-Store, Lager- und Herstellerverkauf. Er wird immer wieder überarbeitet und kann kostenlos angefordert werden. Natürlich gibt es auch noch Outlets außerhalb der Zentren. Bitte rufen Sie dort direkt an, ein Test wäre zu zeitaufwändig gewesen.
Anschrift: Tourist Information, Stuttgarter Str. 2-4,
72555 Metzingen, Tel: 07123-925-326, Email:touristinfo@metzingen.de,
Internet: www.metzingen.de
Die Tourist Information ist auf dem Lindenplatz, dem Zentrum des Hugo Boss Areals und hat täglich von 9:00 – 18:00 Uhr geöffnet, Samstag bis 15:00 Uhr.
Die Standorte heißen: Samtfabrik, Hugo Boss, Stuttgarter Straße und Noyon-Allee.
Empfehlen können wir die Samtfabrik und das Hugo Boss Areal.
In der Stuttgarter Straße sind Stufen und im Gebäude Noyon-Allee fehlen die Parkplätze für Behinderte. Es ist außerdem sehr eng dort.
Samtfabrik
Vor dem Haupteingang befindet sich ein Parkplatz für Behinderte. Die Rampe zum Haupteingang ist sehr steil, besser ist es auf der rechten Seite, vom Parkplatz her betrachtet. Die Türen beim Seiteneingang sind schwer zu öffnen.
Im Gebäude sind alle Läden ebenerdig befahrbar, allerdings haben wir nur bei Damenmoden von Frank Walder geräumige Umkleidekabinen gefunden.
Die Toilette ist behindertengerecht und gut erreichbar.
Hugo Boss Areal
Wir haben im Parkhaus 1 geparkt, dort sind 4 Rolliparkplätze. Ein Schild am Eingang zeigt an, wo sich die Parkplätze befinden. Im Parkhaus ist auch eine Toilette, die für RollifahrerInnen und SeniorInnen geeignet ist. Ein Bankautomat ist gut erreichbar, ebenso der Aufzug im Parkhaus. Leider kann ein alleinreisender Rollifahrer den Parkschein nicht bezahlen, da die Automaten zu hoch hängen. Es gibt aber an den Kassenautomaten eine Hilfetaste, die für RollstuhlfahrerInnen erreichbar ist. Mit dieser Taste kann Apcoa, die Betreiberfirma erreicht werden, die dann gerne bei der Bezahlung hilft. Die Zentrale von Apcoa ist während den Öffnungszeiten immer besetzt. Direkt neben dem Parkhaus befindet sich Hugo Boss.
Dort werden Sie von hilfsbereiten Sicherheitskräften empfangen. Da sie nicht immer für dieses Gebäude eingeteilt sind, lohnt ein Anruf: STG-Security Team GmbH,
Tel: 07123-9439331.
Innerhalb des Gebäudes und auf dem ganzen übrigen Gelände Hugo Boss sind alle Rampen sehr steil. Hilfe ist unbedingt nötig. Aber man kommt überall hin. Bei einigen Anbietern sind große Kabinen vorhanden. Bitte Flyer bestellen und vorher anrufen. In allen Geschäften war das Personal sehr freundlich und hilfsbereit.
Nun wünschen wir viel Spaß beim Geldausgeben. Man kann tatsächlich so Manches günstig bekommen. Allerdings lohnt auch ein Blick auf das restliche Metzingen und die Umgebung.
Nicht weit vom Lindenplatz ist der „Eingang“ zur Metzinger Innenstadt und damit zum Sieben Keltern Platz. Sie kommen dabei am Gasthofe Rose (s. Testbericht Helga, Kapitel Gaststätten) vorbei.
Auf dem Kelternplatz finden Sie die Vinothek. Metzinger Wein ist köstlich, wenn man schwäbische Weine schätzt.
Öffnungszeiten:
Di – Fr 14:00 – 18:00 Uhr, Mi und Sa 8:00 – 12:00 Uhr.
Der Verkaufsraum ist ohne Barrieren erreichbar. Im gleichen Gebäude ist eine öffentliche Behindertentoilette der Stadt Metzingen. Sie ist täglich von 8:00 – 18:00 Uhr geöffnet. In der Nähe der Kelter befindet sich beim Reformhaus ein Parkplatz für RollifahrerInnen.
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