Zwischen Teck und Neuffen

Kleine Städte mit vielen Fachwerkhäusern, eine der letzten Kugelmühlen in Deutschland, regionale Köstlichkeiten und wunderbare Natur, all dies erwartet Sie auf dieser Tour im Landkreis Esslingen.

Tourentesterinnen Christel Renner und Helga Jansons
Christel RennerChristel Renner wurde 1948 in Reutlingen geboren. Sie erkrankte 1952 an Kinderlähmung und seit 1996 leidet sie unter dem Postpolio-Syndrom, einem später auftretenden Muskelschwund, verbunden mit Schmerzen und Müdigkeit. Vor der Verrentung 1999 arbeitete die alleinerziehende Mutter als Verwaltungsangestellte. Sie war aktive Tischtennisspielerin in Sondelfingen und beim Behindertensport in Stuttgart. Mit Zunahme des PP-Syndroms musste sie jedoch jegliche Anstrengung vermeiden. Seit 2004 ist sie außerhalb ihres Wohnbereiches auf einen E-Rollstuhl angewiesen. Die 2-fache Oma geht gern mit den Enkeln ins Kino und Theater, was oft an fehlender Barrierefreiheit scheitert. Sie ist aktives Mitglied bei der Polio-Selbsthilfegruppe Reutlingen-Tübingen.

Es war das erste Mal, dass ich in Sachen "Erfahrbar" mit unterwegs sein durfte. Das Wetter widersprach der Wettervorhersage, denn es schien sehr schön zu werden.
Unser erstes Ziel war das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb. Die Anfahrt ging über Straßen, die ich selbst noch nie befahren habe. Eine sehr schöne Gegend mit unendlich viel Natur.
Das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb war neu und  behindertengerecht. Ich konnte mit meinem E-Rolli fast alles mühelos erreichen. Danach ging die Fahrt ins Schopflocher Moor (ich wusste nicht mal, dass es existiert). Mein E-Rollstuhl meisterte die Bahnschwellen und Bretter, die den Weg übers Moor ermöglichten, ohne Probleme, jedoch musste ich dieses Geruckel ertragen. Nach etwa der Hälfte der Strecke kehrten wir um. Für einen Testlauf hat es sicher gereicht.
Das nächste Ziel war Neidlingen. Hier wollten wir die Kugelmühle und das Rathaus mit der einzigen Behindertentoilette weit und breit und die sich im Rathaus befindende altertümliche Uhr besichtigen. Da der "Kugelmüller" noch nicht da war, besichtigten wir erst die Außenanlage mit Bachlauf, in dem die Kugeln ihren Rundschliff bekamen. Weiter ging es zum Rathaus, wo uns der Bürgermeister in Empfang nahm und uns die renovierte Uhr aus dem Mittelalter zeigte. Schließlich inspizierten wir noch die Behindertentoilette, welche mit Aufzug zu erreichen ist, da sie sich im 1. Stock befindet (was denken sich bloß solche Architekten?). Der inzwischen eingetroffene Kugelmüller zeigte uns noch seine Mühle von innen, die sehr klein und staubig von Marmorresten war.

Als weiteres Ziel steuerten wir den Hofladen Rabel zwischen Owen und Beuren an. Es gibt gute Parkmöglichkeiten, leider noch keine Behindertentoilette. Der Laden an sich ist mit Rollstuhl befahrbar. Es gibt gute Schnäpse, schwäbischen Whisky, Käse, Wurstwaren in Dosen und sonstige Schlemmereien zu kaufen.
Als krönenden Abschluss besuchten wir noch die Brunnenstube. Es ist die Gaststätte am Thermalbad Beuren. Sie wirbt mit einer Behindertentoilette, die aber zum Thermalbad gehört und schlecht zu erreichen ist.
Nach einem köstlichen Mahl und zischenden Getränken, inzwischen war allen Teilnehmern recht heiß geworden, sind wir dann wieder Richtung Heimat gedüst.

Es war ein sehr schöner informativer Tag für alle Beteiligten, wenngleich der Fahrer Rainer Hanko so richtig schweißtreibenden Einsatz leisten musste, da er bei jedem Halt zwei Rollstühle mit Inhalt ein- und ausladen und verzurren musste.

Ergänzend noch ein paar Eindrücke Helgas mit dem Schieberollstuhl:
Das Naturschutzzentrum, in dem wir zuerst waren, ist sehr schön angelegt. Wenn man auf die Eingangstür zufährt, ist alles ebenerdig und gut zugänglich. Direkt vor dem Eingang ist allerdings ein für das Auge kaum wahrnehmbarer Hügel, der die Einfahrt sehr anstrengend macht. Beim Rausfahren hat man entsprechend den Eindruck, dass man aus dem Rolli fallen könnte. Im Hauptraum sieht man zunächst auf lauter stufenförmig angeordnete Kästen, die ausziehbar sind. Nicht alle Informationen können erreicht werden, aber die meisten.
Die Toilette für Rollstuhlfahrer ist gut ausgestattet; unser Hinweis, eine Toilettensitzerhöhung anzuschaffen, wurde gerne aufgenommen.
Eine sehr gute Idee finde ich den Spendenbaum im Eingangsbereich des Zentrums. Es macht richtig Spaß dort etwas hineinzutun.

Etwas ganz Besonderes finde ich den Steinbruch auf dem Gelände. Aus der sitzenden Perspektive entsteht fast der Eindruck, in den Bergen zu sein. Die Wiese mit ihren seltenen Blumenarten ist auch interessant. Steinbruch im NaturschutzzentrumIch hätte gerne mitgeschrieben, um nachzuvollziehen, was dort alles wächst. Ein eindrückliches Erlebnis war der Spaziergang auf den Holzbrettern durch das Moor. Alleine kann das nur ein sehr sportlicher Rollifahrer schaffen.

Bitte informieren Sie sich im Naturschutzzentrum über die Öffnungszeiten, da sie im Sommer- bzw. Winterhalbjahr unterschiedlich sind. Im Zentrum gibt es viele Veranstaltungen und Seminare und einen kleinen Laden mit regionalen Produkten. Hausführungen sind ebenfalls möglich, es wird ein kleiner Unkostenbeitrag erhoben. Helga auf dem Bretterweg im MoorWenn Sie alleine unterwegs sind, können Sie im Zentrum auch Hilfen für den Steinbruch und den Moorpfad bekommen. Bitte vorher anrufen. Behindertenparkplätze sind direkt vorm Haus. Eine gute behindertengerechte Toilette ist im Zentrum.

Naturschutzzentrum Schopflocher Alb,
Vogelloch 1, 73252 Lenningen-Schopfloch,
Tel.: 07026-95012-0  
E-Mail: info@naturschutzzentrum-schopfloch.de,
Internet: www.naturschutzzentren-bw.de

Nicht weit vom Zentrum entfernt ist der Demeterhof Ziegelhütte, Ziegelhütte 1/1, 73266 Bissingen/Teck, Familie Schnabel-Kruse, Tel.: 07023-71438, und Familie Bogner, Tel.: 07023-740810.
Auf dem Hof gibt es einen Hofladen und eine Vesperstube.
Bitte die Öffnungszeiten telefonisch erfragen.
 
Neidlingen
In der Neidlinger Kugelmühle entstehen durch Wasserkraft aus Juramarmor und Muschelkalk Murmeln und kleine Steinkugeln. Jede Kugel ist anders und etwas Besonderes.
Der Kugelmüller ist sonn- und feiertags von 11:00 bis 17:00 Uhr vor Ort.
Gruppen können Führungen buchen:
Stefan Metzler, Tel.: 0160-3287450,
Internet: www.kugelmuehle-neidlingen.de
In der Nähe der Kugelmühle ist das Rathaus mit einer Behindertentoilette. Leider ist das Rathaus nur stundenweise geöffnet. Die Öffnungszeiten sind zu erfragen im Internet oder unter Tel.: 07023-900-230 oder per E-Mail: gemeinde@neidlingen.de.  
Im Rathaus ist eine wunderschöne alte, renovierte Uhr zu besichtigen. Vorher Termin telefonisch vereinbaren.
Ein Abstecher ins Café Alte Kass, www.alte-kass.de (s. Cafés), lohnt sich. Es ist teilweise barrierefrei, d. h. die Rampen sind ziemlich steil und in der Toilette ist nur ein Griff. Sie ist aber ebenerdig erreichbar. Für alle Freunde von feinen Destillaten und anderen Spezialitäten empfiehlt es sich, auf dem Berghof Rabel zu halten. Thomas und Melanie Rabel, 73277 Owen, Tel.: 07021-86 19 61, E-Mail: info@berghof-rabel.de, Internet: www.berghof-rabel.de.
Auf dem Hof werden auch Führungen angeboten. Öffnungszeiten und Führungstermine finden Sie im Internet.

Weilheim
Weilheim, ca. 10000 Einwohner, eine historische Altstadt, Streuobstwiesen und schöne Blicke.

Rundweg historisches Städtle
Im Weilheimer Zentrum, bei der großen Kirche, die leider noch nicht erfahrbar ist, startet der historische Rundgang. Im Rathaus liegt ein Flyer mit der genauen Wegbeschreibung der 20 Stationen.
Rundweg historisches StädtleEs gibt einen Stadtführer in Weilheim. Er begleitet auch kleine Gruppen oder Familien. Den Kontakt bekommen Sie übers Rathaus.
Ein Behindertenparkplatz ist direkt auf dem Marktplatz vorm Rathaus, im Rathaus ist eine Behindertentoilette, die allerdings nur zu den Öffnungszeiten des Bürgerbüros erreichbar ist.

 

 

Stadtverwaltung Weilheim an der Teck
Marktplatz 6, 73235 Weilheim an der Teck,
Tel.: 07023-106-0
E-Mail: stadt@weilheim-teck.de,
Internet: www.weilheim-teck.de
Unter Rathaus und Gemeinderat/Verwaltung finden Sie die Öffnungszeiten.
Alle Ziele des Rundwegs sind mit dem Rollstuhl, Kinderwagen und Rollator erreichbar, allerdings ist überall Kopfsteinpflaster und häufig leichtes Quergefälle. Bei Nr. 6 führt der Weg an einer Eisdiele vorbei. Der Garten ist ebenerdig, ansonsten Stufen. Um Nr. 14 zu erreichen, ist ein Umweg um die Kirche nötig, unten herum, sonst Treppenstufen. Unterhalb von Nr. 18 sieht man Café Bäckerei Mayer mit Rampe. Alles, was wir dort gesehen haben, sah sehr lecker aus.

Streuobstwiesen und Blick auf die Ruine Reußenstein
Streuobstwiesen und Ruine ReußensteinRundweg Streuobstwiesen

 

 

 

 

 

 

 

 

Für die Freunde von Streuobstwiesen und schönen Blicken gibt es einen Rundweg, ca. 2.5 km lang, der wenig Steigung hat. Er beginnt bei der Lindenbrücke, dort ist auch ein Parkplatz. Weiter geht es über den Güterweg, den Hungerbergweg wieder zurück und am Ende dieses Weges, rechter Hand, bergab wieder zum Parkplatz. Wunderschön natürlich im Frühjahr, wenn die Obstbäume blühen.
Zur Stärkung gibt es die Zähringerstuben bei der Limburghalle siehe (Gaststätten).