Schwäbische Alb

Mittlere Kuppenalb  
Die 7. Tour  zeigt Ihnen einen kleinen Ausschnitt der mittleren Kuppenalb mit sehr typischen Merkmalen, wie: Bio-Bauernhöfe, gute Küche, Einkaufsmöglichkeiten von regionalen Produkten, Geschichte und Kultur und natürlich Blicke auf die wunderschöne Landschaft des Mittelgebirges. Die Tour beginnt mit einer Hofkäserei kurz vor Ödenwaldstetten, einem Teilort der Gemeinde Hohenstein. Von dort kommen Sie nach wenigen Metern in das Ortszentrum und finden an der Hauptstraße den Brauereigasthof Lamm mit Scheunenladen direkt daneben. Gestärkt können Sie sich nun der Geschichte widmen. Grafeneck ist eine Behinderteneinrichtung mit einer leider sehr traurigen Vergangenheit.
Kartenauschnitt von der Alb

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Tourentesterin
Helga Jansons, geboren 1960 in Freiburg, seit Geburt behindert durch eine angeborene Spastik, ausgelöst durch Sauerstoffmangel. Helga ist ausgebildete Bürofachgehilfin und arbeitet seit 1992 bei der KBF, einer Körperbehinderteneinrichtung in den Landkreisen Reutlingen und Tübingen. Helga engagiert sich ehrenamtlich in der Behindertenliga und in Selbsthilfeeinrichtungen in Tübingen.

Testerin Helga JansonsFür mich als Rollifahrerin und Innenstadtbewohnerin ist die Fahrt auf die Alb etwas Besonderes. Ich genieße die Testtouren auf der Alb, da sie mich zu Zielen bringen, die ich sonst nicht kennen würde.

Testtour 1
Zunächst fuhren wir über die Alb nach Ödenwaldstetten, am Ortseingang liegt der Käsehof von Familie Rauscher. Auf dem Hof ist eine Außentoilette, die nach unserem Test mit einer Rampe und einem zusätzlichen Griff ausgestattet wurde.
Der Hofladen, in dem man Käse und andere regionale Produkte kaufen kann, ist stufenlos befahrbar und ich konnte meinen Kühlschrank für eine Woche mit Köstlichkeiten bereichern, die ich in meiner näheren Umgebung nicht bekommen hätte.
Das Hotel (Hotel Lamm, siehe Kapitel Hotels), in dem wir uns anschließend stärkten, hat einen Neubautrakt, in dem es sechs behindertengerechte Zimmer gibt. Der Hotelchef ist gesprächsbereit und hilft bei individuellen technischen Problemen sicher gern bei der Suche nach einer Lösung.
Das Gelände der Gedenkstätte Grafeneck ist etwas hügelig, aber die Wege sind größtenteils asphaltiert, sodass sie auch gut mit dem Elektrorollstuhl zu bewältigen sind. Die Tafeln sind oft in einer Höhe angebracht, die vom Rolli aus schwer oder gar nicht lesbar sind. Blicke über Mauern sind aus der sitzenden Position nicht möglich.
Für vieles, was man draußen nicht sieht, entschädigt das Dokumentationszentrum. Es ist ebenerdig. Die Tafeln sind in großer Schrift, zum größten Teil tief genug für Rollifahrer. Rolliklo ist vorhanden.

Testtour 2
Wir fuhren zuerst nach Winterlingen zum Planetenpfad (siehe Tour Zollernalb). Dann ging es zu einem Kaffee in die Mariaberger Heime, wo wir uns mit köstlichem Kaffee und Nusszopf verwöhnen lassen konnten (siehe Kapitel Cafés).
Helga beim Einstieg ins TaxiAn der Wimsener Höhle wurde mir gleich klar, dass ich ohne sehr viel Hilfe nicht in die Boote einsteigen könnte. Man muss in diesen Booten auch längere Zeit ohne Rückenlehne sitzen können und eigenständig die Richtung im Boot wechseln. Die Bootsführer helfen zwar sehr gerne beim Einsteigen, können dies aber nur begrenzt, weil sie gleichzeitig auf das Boot achten müssen. Ergebnis: Nur sehr bewegliche Rollifahrer können mitfahren. Auf jeden Fall ist es wichtig, sich anzumelden, damit sich das Personal darauf einstellen kann.
Helga mit TrinkschokoladeDer schönste Ausflug macht irgendwann hungrig und durstig. Das historische Restaurant Friedrichshöhle bei der Höhle bot die Gelegenheit, uns mit biologischen Köstlichkeiten zu stärken. Das Klo ist besonders interessant, denn es ist  außerhalb der Gaststätte in einem kleinen Häuschen. Es ist viel Platz, Haltegriffe sind vorhanden. Im Spiegel konnte ich mich nicht sehen. Der hängt zu hoch.
(Aufgrund unserer Anregung wurde der Spiegel inzwischen gekippt. Das Problem ist damit gelöst). Den Handtuchspender haben wir zugänglich gemacht, indem wir einfach den Mülleimer auf die andere Seite des Waschbeckens gestellt haben.
Dann waren wir noch in einem ganz netten Café in Dapfen, Lagerhaus an der Lauter, wo es neben verschiedenen leiblichen Genüssen auch noch Seifen in allen Formen, Farben und Duftvarianten gab (siehe Kapitel Cafés).
Eine behindertengerechte Toilette ist vorhanden.

Hohensteiner Hofkäserei  
Heidäckerhof, Bioland, Helmut und Eva Rauscher
Heidäckerhof 1, 72531 Hohenstein-Ödenwaldstetten, Tel.: 07387-1297
E-Mail: info@albkaes.de,
Internet: www.albkaes.de.  
Anhänger vom KäsehofDer Heideckerhof ist ein Familienbetrieb, drei Generationen arbeiten mit. Von der hauseigenen Milch werden verschiedene Käsesorten hergestellt, 2006 erstmals auch Albmozarella von dort lebenden Wasserbüffelkühen. Möglich ist eine kurze Hofführung und der Einkauf im Hofladen.  
Sie können direkt im Hof parken.

 

Brauerei-Gasthof Lamm  
Braukessel in der Speidelbrauerei
Mitten im Ort eine wunderbare Möglichkeit zur Stärkung, siehe Kapitel Hotels und Gaststätten.

Scheunenladen
Direkt neben der Brauerei der Scheunenladen. Hier gibt es regionale Kostbarkeiten und Kunsthandwerk: Kräuter, Bilder, Pflanzen, Samen, Filz, Holz, Draht, Ton, Schnäpse, Liköre, Öle und vieles mehr.  
Eingang des Scheunenladens mit Rampe
Tel: 07387-984142,
E-Mail: der.scheunenladen@web.de,
Öffnungszeiten:
Mi–Fr, Sa 13:00–19:00 Uhr,
So 13:00–17:00 Uhr.

Es gibt eine Winterpause von Mitte Dezember bis Ende Februar. Von Ödenwaldstetten nach Grafeneck sind es ca. 11 km. Bei schönem Wetter lohnt ein Abstecher in das direkt daneben gelegene Haupt- und Landgestüt Marbach, siehe Tour Münsingen.  

Dokumentationszentrum GrafeneckGedenkstätte und Dokumentationszentrum Grafeneck

Kontaktadresse:
Gedenkstätte Grafeneck/Samariterstift Grafeneck, 72532 Gomadingen, Tel. 07385-966-206,
E-Mail: info@gedenkstaette-grafeneck.de,
Internet: www.Gedenkstaette-Grafeneck.de

Führungen:  Führungen und Seminare nach  telefonischer Absprache. Eintritt frei.
Es werden auch Führungen in "Leichter Sprache" angeboten. Seit 2016 gibt es einen Katalog in leichter Sprache und eine CD, dazu neuerdings auch Audio-Guides. Mehr dazu bei den Reutlinger Nachrichten: http://www.swp.de/muensingen/lokales/alb/erinnerung-wird-inklusiv-152936...

Zur Geschichte:
Gedenkstätte GrafeneckIn Grafeneck begann 1940 in Deutschland unter nationalsozialistischer Herrschaft die sogenannte Aktion "Gnadentod". In einem Jahr wurden dort 10.654 Menschen mit Behinderungen ermordet.
2005 wurde das Dokumentationszentrum Gedenkstätte Grafeneck mit einer Dauerausstellung
eröffnet. Im Dokumentationszentrum ist eine behindertengerechte Toilette.
Während der Sommermonate öffnet hinter dem Schloss- und Verwaltungsgebäude Grafeneck ein kleines Café (siehe Kapitel Cafés). Sie können zur Gedenkstätte fahren und davor parken.

Loretto, Ziegenhof, Holzofenbäckerei und Wirtschaft
88529 Zwiefalten, Tel.: 07373-2355, für Käse, Milch und Fleisch Tel.: 07373-2362, für Bäckerei und Bewirtung Internet: www.loretto-zwiefalten.de

Anfahrt: Über Hayingen Richtung Zwiefalten, nach Ortsausgangsschild der Beschilderung "Loretto" folgen.
im HofladenLoretto wird von einer Hofgemeinschaft bewohnt und bewirtschaftet. Die Produkte Brot, Ziegenmilch, -käse und -fleisch werden nach den Kriterien von Bioland bzw. Naturland erzeugt. Die Gartenwirtschaft hat, soweit es das Wetter zulässt, freitags, samstags, sonn- und feiertags von 14 Uhr–18 Uhr geöffnet. Für den Hofladen gelten die gleichen Öffnungszeiten, allerdings unabhängig vom Wetter. Die ehemalige Tenne ist zu einem Gastraum umgebaut worden, in dem angemeldete Gruppen mit den Produkten vom Loretto verwöhnt werden. Ein Aufenthalt in der Tenne ist bei schlechtem Wetter möglich. An klaren Tagen kann man von dort den heiligen Berg Oberschwabens, den Bussen, und die Kette der Allgäuer Alpen sehen. Der Loretto-Hof macht von Weihnachten bis Ende März seine Winterpause.
Die Damentoilette ist barrierefrei zugänglich und mit zwei Griffen ausgestattet.
Rollifahrer und Menschen mit Gehbehinderungen dürfen direkt auf den Hof fahren.

Wimsener Höhle und historischer Gasthof Friedrichshöhle
Neben dem Gasthof ist die Wimsener Mühle,
ein Veranstaltungsgebäude (s. Gaststätten).
Auskunft über die Kulturveranstaltungen bekommen Sie beim Stadt-Center Hayingen, Tel: 07386-97112.
Steg an der Wimsener HöhleHöhle: Die Höhle erfordert eine gewisse körperliche Beweglichkeit. Die Höhle wird mit einem Boot befahren, d. h. RollifahrerInnen müssen sich umsetzen, SeniorInnen das wackelige Boot betreten. In der Höhle muss die Sitz- und Blickrichtung um 180 Grad geändert werden. Der Bootsführer kann nicht helfen, da er das Boot halten muss. Es geht also nur mit Begleitperson oder selbstständig. Je nach Wasserstand in der Höhle muss man sich außerdem ziemlich stark bücken. Also bitte vorher anrufen, genau fragen und anmelden. Am günstigsten ist es vormittags und in der Nebensaison. Im Sommer ist manchmal extrem viel Betrieb. Die Anmeldung geschieht über die Gaststätte. Normalerweise ist Betrieb ab 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Für Gruppen sind aber zusätzliche Zeiten möglich.

Der Roseweg in Ehestetten
Roseweg in EhestettenDer blaue Weg ist ist der Roseweg im Original. Die Buchstaben geben die Richtung an. Eine weitere Bedeutung haben sie nicht. Die roten Strecken sind unsere Vorschläge für RollstuhlfahrerInnen.

Der Start ist am Gasthof Rose, http://www.tress-gastronomie.de/bio-restaurants/rose/. Der Gasthof ist barrierefrei und hat sehr leckere, regionale Bioküche. Der gesamte Roseweg ist 5.8 km lang. Da auf der Strecke einige Steigungen sind und an manchen Stellen grober Schotter, haben wir den Weg stellenweise verändert. Der Weg ist allerdings nur im Frühjahr oder Herbst zu empfehlen, da es wenig Schatten gibt. Man bewegt sich am Waldrand und entlang von Feldern. Für E-Rollis kein Problem. Als SchieberollstuhlfahrerIn sollte man ein bisschen sportlich sein oder Begleitung mitnehmen. Für Kinderwagen geht es überall gut. Für Rollatoren ist der Weg weniger geeignet, da es wenig Bänke gibt und der Schotter sehr störend ist. Den Weg begleiten nette Schilder mit Sprüchen: Alexander von Humbold „Die Natur muss gefühlt werden“.
Testerin Monika Halder-Hipp mit Ihrem Ehemann. Als E-Rollifahrer war Rainer Hanko dabei.
Meine persönlichen Eindrücke vom "Rose-Rundwander-Weg" in
Hayingen-Ehestetten:
Rose-Rundweg
Am 31.03.2017 machten wir uns mit Schiebe- und E-Rolli bei strahlendem
Frühlingswetter auf, um den "Rose-Rund-Weg" in Hayingen-Ehestetten auf seine Behindertentauglichkeit zu testen.
Der Weg beginnt unmittelbar hinter dem Biohotel-Hotel Rose in Ehestetten und führt in westlicher Richtung, zuerst auf einer guten Asphaltstraße stetig bergan (meiner Schätzung nach ca. 4-6 %). Oben angekommen hat man einen herrlichen Blick bis zum Bussen am Horizont.
Rundwegschild
Dann am Waldrand entlang bis das Rundwegschild nach rechts zeigt, in den Wald bergauf. Wir gehen links nach unten. Am großen Schild ist ein kleines Schild mit Wanderweg 8 befestigt. Nach Ende der Steigung wechselt er zunächst in einen gut gewalzten Schotterweg, der entlang des Waldes in Richtung Aichelau führt. Nach einem kurzen Stück wechselt er dann in einen landwirtschaftlichen Betriebsweg (beide Fahrspuren asphaltiert, dazwischen Gras) und man kommt nach ca. 400-500 m in einen total holprigen Schotterweg, auf dem die Steine nicht mehr eingewalzt sind, sondern locker aufgeschüttet wurden. Nach der Bewältigung dieser Schotterpiste, kreuzt der Weg bei einer kleinen Kapelle die Hauptstraße nach Aichelau und steigt dann wieder fortwährend ganz leicht an. Dieser Weg ist wieder stellenweise asphaltiert, bzw. ist es ein landwirtschaftlicher Betriebsweg. Der Rundweg kann zwischendurch auch immer wieder über gut gewalzte Schotterwege
abgekürzt werden. Nach bezwungener Steigung macht er dann einen Schwenk in Richtung Maxfelder-Hof und führt von der Anhöhe aus dann wieder in einer kleinen Rundung in Richtung Ehestetten, wobei kurz vor dem Ende der Rundwanderung nochmals die kaum befahrene Hauptstraße in Richtung Aichelau gequert werden muss. Danach gelangt man wieder auf der Asphaltstraße zum Anfangs- bzw. Endpunkt des Rundwanderweges.
Fazit: Die Wege linksseitig der Hauptstraße nach Aichelau sind alle gut zu bewältigen. Die Wege rechtsseitig lassen wegen der Schotterpiste zu wünschen übrig. Der gesamte Rundweg beträgt ca. 5,8 km. Wir haben die Strecke, wie bereits berichtet, sowohl mit einem E-Rolli, als auch mit einem Schiebe-Rolli mit Schiebehilfe getestet. Eine selbstständige Begehung des Weges mit einem Schieberolli ist leider nicht möglich. Mit dem E-Rolli kommt man sowohl auf den landwirtschaftlichen Betriebswegen, als auch auf den Schotterpisten zurecht. Ich selbst wurde trotz Schiebehilfe an meinem Schiebe-Rolli zusätzlich von meinem Mann geschoben und er war am Ende des Rundganges sichtlich froh, dass dieser zu Ende war.
Am Ende noch ein kleiner kulinarischer Tipp: Es ist unbedingt unerlässlich, entweder vor oder nach der Rundwanderung in der "Rose" beim medienbekannten Koch und Sohn des Hauses, Simon Tress, einzukehren und sich von ihm und seinen vielfältigen, sehr leckeren Gerichten verwöhnen zu lassen.

Naturtheater der Stadt Hayingen,
Kirchstraße 8 , 72534 Hayingen,
Tel: 07386-286, ab Mai (9.00–12.00 Uhr)
www.naturtheater-hayingen.de
Das Naturtheater Hayingen hat eine wunderbare Kulisse und es spielt zeitweilig der halbe Ort mit, inklusive Tiere.
Für RollifahrerInnen gibt es extra Plätze und Parkplätze.