Outletcity Metzingen

Metzingen, eine kleine Stadt zwischen Reutlingen und Stuttgart, weltberühmt durch die Modefabrikverkäufe. Wir haben die Outlet-Areale besucht, aber auch ein paar andere Besonderheiten, die mit der Region und der Tradition zu tun haben. Metzingen kann bisher nur mit dem Auto von Menschen mit Mobilitätsbehinderungen angefahren werden. Auf dem Metzinger Bahnhof gibt es zur Zeit keinen Übergang für RollifahrerInnen. Die Stadt ist in Kontakt mit der Bahn, aber es sieht nicht nach einer schnellen Lösung aus. Es bleibt nur der Umweg über Reutlingen durch Umsteigen in den Zug nach Stuttgart und damit die Ankunft auf Gleis 1. Es gibt keine Ein- und Ausstiegshilfe am Bahnhof.

Tourentesterinnen, Inga Brüning und Helga Jansons  
Inga auf Testtour in MetzingenInga Brüning hat sich Metzingen mit einen elektrischen Rollstuhl angeschaut, Helga Jansons war im Schieberollstuhl unterwegs.

Hier die Eindrücke von Inga:  
am 13.04.2012 war ich wieder mal mit den computer-oldies zum rollitesten. wir waren in metzingen. da ist ein ziemlich neues stadtzentrum, ein großer asphaltierter platz, mit hochschießenden quellchen direkt aus dem boden, mal höher, mal niedriger, mal ganz weg, wahrhaftig überraschend modern und hübsch. und rund drumrum sind die ganzen bonzenfirmen mit riesigen schriftzeichen – ich denke, am abend sind die beleuchtet, würde ich gern mal sehen: hugo boss, esprit, lacoste, das ganze edelparfümzeug und und und, macht schon was her, hat irgendwie so ein internationales flair, nix von wegen kleinstadt. aber zuerst gingen wir in das weinbaumuseum. das war höchst interessant und lehrreich. diese riesenfässer, da könnte man glatt zehn mann drin ersäufen. man konnte lernen, wie mühsam sie früher gearbeitet und gekeltert und fässer und geräte hergestellt haben. das museum ist ebenerdig. dann waren wir bei der tourist-information und zum ersten mal sah ich einen tresen, zu dem ich nicht hochgucken musste, und eine dame, die uns sofort bemerkte und ansprach. – na es tut sich doch endlich was! ja, und dann kam der schönste teil, das mittagessen beim italiener.  rolligerecht,  ein bisschen eng, ging aber. tische ohne decken/deckservietten, sehr sauber mit so einem eleganten tischband drüber, das man notfalls hätte wegnehmen können. wunderbares heißes brot zum gedulden, die kellner/innen flitzten nur so was von hin und her, mit vier tellern auf einem arm und einem lächeln. ich hatte grüne ravioli mit salbeibutter: der weg zum  rolligerechten  klöchen beim italiener war leider etwas schwierig, ein sehr kleiner aufzug, man musste rückwärts rausfahren, ohne zu sehen wohin und drehen. na gott sei dank, ich hatte jutta dabei ...! ja dann kamen die parkhäuser. die geld- bzw. zettelschlitze sind leider viel zu hoch für rollifahrer. diese besch...eidenen architekten! der clou war dann eine rollstuhlgerechte toilette, perfekt, toll ausgestattet, mit extras, sogar mit notruf, der blinkte auch, aber geschehen tat nix. (das problem wurde inzwischen behoben) ein rollifahrer in not wäre die ganze nacht im klo geblieben oder noch länger. und eine riesenkritik habe ich überhaupt an alle toiletten: die sind grundsätzlich zu niedrig! toiletten für behinderte, die nicht stehen können, müssen mindestens 55 cm ab erde sein. perfekte rollitoiletten in sind in reutlingen z. b. in der stadtbibliothek, volkshochschule, kaufhof, spendhausmuseum, krämerstraße, müller-galerie, und auch im bahnhof stuttgart. wenn die herren architekten mal einen blick werfen würden ...  aber alles in allem, leute, geht mal nach metzingen, es lohnt sich.  
 
Weinbaumuseum Metzingen – ein Museum für alle Sinne  
Das Museum befindet sich auf dem Siebenkelternplatz im Zentrum von Metzingen. Ein ganz besonderer Platz mit wunderbar erhaltenen historischen Gebäuden. In einigen dieser Gebäuden dreht sich alles um Metzinger Wein.  
Das Museum ist ebenerdig zugänglich und von der Gestaltung her auch für Menschen mit Sehbehinderungen geeignet. Es ist Freitag–Sonntag geöffnet. Bitte erfragen Sie die genauen Zeiten bei der Tourist-Information. Jeden 1. Sonntag im Monat gibt es eine öffentliche Führung. Führungen für angemeldete Gruppen sind jederzeit möglich.  
Kontakt: Martin Schadenberger, Förderkreis Metzinger Keltern e.V., Tel.: 07123-14407,  Mobil: 0172-7408823  
E-Mail:   martin@schadenberger.de
Die Vinothek lädt zum Einkaufen ein.  
Öffnungszeiten:  Di–Fr 14:00–18:00 Uhr, Mi und Sa 8:00–12:00 Uhr.  
 
Kartenauschnitt von MetzingenBitte klicken Sie auf die Karte, dann öffnet sich eine PDF-Datei und Sie können die Karte in DIN-A4-Größe ausdrucken.  
 
Auf dem Platz sind zwei Behindertenparkplätze. Eine öffentliche Behindertentoilette ist ebenfalls auf dem Platz, allerdings ist sie sehr eng und entspricht in keiner Weise den Vorschriften. Bessere Toiletten sind in den Parkhäusern rund um den Lindenplatz, Fußweg ca. 5 Minuten.  
Auf dem Weg zum Lindenplatz liegt der Gasthof Rose (siehe Kapitel Gaststätten).  
 
Der Lindenplatz mit der Touristinformation  
72555 Metzingen, Tel.: 07123-925-326,
E-Mail: touristinfo@metzingen.de, www.metzingen.de

Touristinformation am LindenplatzDas neue Gebäude ist barrierefrei und die Theke ist für alle Menschen geeignet. Hier bekommen Sie alle nötigen Informationen fürs Einkaufen in Metzingen. Da sich die Standorte der Outlets immer wieder verändern, gehen wir in Erfahrbar nicht genauer darauf ein. Die neueren Gebäude sind alle ebenerdig zugänglich, inwieweit ansonsten an Menschen mit Behinderungen gedacht wurde, lässt sich nur durch einen Anruf beim jeweiligen Anbieter feststellen. Zur Stärkung empfehlen wir das oben erwähnte italienische Lokal direkt auf dem Lindenplatz, olio e pane (Siehe Gaststätten). 
 
Hugo Boss Areal  
Outlets am LindenplatzNoch befindet sich Hugo Boss beim Lindenplatz. Es ist aber ein Umzug geplant.  
Direkt um das Areal sind zwei Parkhäuser mit Behindertenparkplätzen und Toiletten.  
Bezahlen ist für alleinreisende Rollstuhlfahrer nicht möglich, die Automaten hängen zu hoch. Hilfe bietet die Firma Apcoa an. Sie sind während der Öffnungszeiten der Outlets erreichbar.  
Tel: 0711-30570305.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Drei Tipps für Ausflüge von Metzingen aus:  
 
1. Die Sulzeiche bei Walddorfhäslach am Rande des Schönbuchs  
 
2. Museum Ritter mit Schokoladenladen und Museumscafé in Waldenbuch  

3. Freilichtmuseum Beuren
 
Nach den Einkäufen schlagen wir einen Ausflug zum Rande des Schönbuchs vor. Wunderbare Natur, eine uralte Eiche, tolle Blicke über den Albtrauf und angenehme Gastronomie.
 
Eindrücke unserer Testerinnen:  
Helga Jansons:  
Am besten gefiel mir das Restaurant, dass wir zuletzt besucht haben und der Stop an der alten Eiche, (Turmgaststätte Häslach, s. Gaststätten). 
Was ich noch schön fände, wäre, wenn wir die Pächter dazu ermutigen könnten, eine Möglichkeit für Rollifahrer zu schaffen, draußen sitzen zu können. Mein Kuchen schmeckte lecker und selbst gemacht. unter der SulzeicheEs hat mich sehr gefreut, dass wir noch näher zu der alten Eiche gegangen sind. Ich denke, es wäre was ganz Besonderes, wenn die Gemeinde es schaffen würde, den Zugang weniger steil zu gestalten.
Nach unserer Testtour wurde ein Zugang zur Eiche geschaffen. Mit Clarissa Knittel waren wir nochmals dort, um diesen Zugang zu optimieren.  
 

Clarissa KnittelClarissa Knittel
Ausstellung im Ritter-Museum"In Waldenbuch angekommen, sahen wir am Eingang des Museums ein wunderbares Schauspiel aus Lichtern,welches Teil der aktuellen Ausstellung war. Trotz Hunger entschieden wir uns, zuerst in das Museum zu gehen. Am Eingang an der Kasse wurden wir freundlich von nettem Personal begrüßt. Bereits am Eingang konnte man kleine Souvenirs rund um das Thema Quadrat kaufen. Mir haben dort die Postkarten gefallen.  
Ebenfalls super waren die Erklärungen, die man durch einen Audio Guide erhielt. Für Kinder gab es zu manchen Bildern einfache, verständliche sowie kurze Erklärungen. Diese sind auch für Menschen geeignet, die Probleme mit dem Sprachverständnis haben. Im Museum, das auf zwei Stockwerke verteilt ist, gibt es einen hellen, großen Aufzug. Dieser ist beim Fahren sehr angenehm und leise. Das Museum ist sehr rollstuhlgerecht. Nachdem wir uns die Ausstellung angesehen hatten, gingen wir ins Café. Bei strahlendem Sonnenschein saßen wir natürlich draußen. Es gab eine tolle Auswahl zwischen süßen und salzigen Speisen, Maultaschen, leckere Sandwichs und verschiedene Getränke. Ich aß ein halbes Schwäbisches Sandwich und ein halbes mit Schokolade und Birne. Alles hat sehr gut geschmeckt. Die Bedienung war sehr freundlich (s. Gaststätten). 
Frisch gestärkt sind wir in den Shop gegangen. Dort gibt es so eine große Auswahl an Schokolade, dass ich am liebsten den ganzen Laden leer gekauft hätte! Man konnte an einem Probierstand neue Sorten probieren. Die Frau dort war ebenfalls sehr freundlich. Sie bot mir zwei Stückchen einer neuen Schokolade an. Diese kaufte ich auch gleich. Ich habe sehr viel Schokolade und einen Rucksack gekauft.  
 
Auffahrrampe an der SulzeicheDanach fuhren wir nach Häslach zur Sulzeiche. Wir sprachen dort mit dem zuständigen Förster darüber, wie der Weg aussehen könnte, der die Sulzeiche für Menschen mit Rollatoren oder Rollstühlen zugänglicher macht. Das fand ich gut. Anschließend sind wir noch zur Gaststätte des Turnvereins gefahren (s. Gaststätten). Die Toilette dort ist für einen Mensch im E-Rolli, der Assistenz benötigt, etwas zu eng. Als ich auf der Toilette saß, konnte ich das Toilettenpapier nicht erreichen. Gegen 17:00 Uhr machten wir uns auf den Heimweg. Es war ein sehr schöner Tag.  
 
Die Ortschaften Walddorf und Häslach können wir nicht empfehlen. Es gibt keine Rollstuhlparkplätze, keine Behindertentoiletten, viele Straßen sind ohne Gehwege, die Wege entlang der Hauptstraße sind wenig ansprechend und die Bordsteine sind an den falschen Stellen abgesenkt.  
 
Wir haben zwei Gaststätten gefunden, die erfahrbar sind und mehr oder weniger gute Toiletten für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen bieten.  
 1. Turmgaststätte Häslach (siehe Gaststätten)  
 2. Vereinsgaststätte Turnverein Häslach (siehe Gaststätten) 
 
Rundweg am SchönbuchrandEinmalig schön sind die Blicke auf den Albtrauf und eine wunderbare alte Eiche, die Sulzleiche im Naturpark Schönbuch. Die Eiche hat einen Umfang von über 6 Meter und wurde ca. 1550 gepflanzt. Ein einmaliges Gefühl, neben ihr zu stehen. Der Forst hat eine tolle Rampe angelegt und man kann den Baum aus der Nähe genießen. Wir empfehlen einen kleinen Rundweg (siehe Karte). Er beginnt am Ende des Herdwegs in Walddorf.  

 

 

 

 
Museum Ritter und Schokoladenverkauf  
Ein Museum für Moderne Kunst, rund um das Thema Quadrat. Ein wunderbares Museum und es ist vorbildlich barrierefrei.  www.museum-ritter.de  
Direkt daneben ist der Schokoladenverkauf der Firma Ritter Sport und ein kleines Museum über die Firma.  

Freilichtmuseum Beuren
Das Freilichtmuseum Beuren gibt einen Einblick in das Leben unserer Vorfahren.
Die Gebäude stammen aus den Regionen Mittlerer Neckar und Schwäbische Alb. In und um die historischen Wohn- und Wirtschaftsgebäude wird das Wohnen, Arbeiten und Leben vergangener Tage gezeigt. Das Museum ist von April bis November geöffnet.
Über viele Jahre hatten wir uns über das Museum geärgert, da es so tat, als ob es barrierefrei wäre, stimmte aber nicht. Aber in den letzten Jahren wurde etwas getan und daher waren wir 2016 erneut dort und fanden, dass wir es jetzt in Erfahrbar empfehlen können.

Die Tester waren Monika Halder-Hipp mit Ihrem Mann im Schieberollstuhl und mein Mann, der den E-Rolli fuhr. Er arbeitete 20 Jahre bei der KBF in Reutlingen, in einem Internat für junge Menschen mit verschiedenem Assistenzbedarf und ist daher ganz geschickt mit Rollstühlen.

 

Das ganze Jahr wird von Sonderausstellungen begleitet Es gibt auch immer wieder Führungen für verschiedene Zielgruppen. Bitte im Netz informieren.

 

Monika Halder-Hipp mit BegleitungAuffahrt zum Freilichtmuseum

 

Wir waren mit Sandra Linsenmayer, Besucherservice, unterwegs, einer Mitarbeiterin, die uns folgende Infos geschickt hat:
Es steht ein neuer Rollstuhl zur kostenlosen Ausleihe gegen Voranmeldung zur Verfügung. Auf jeden Fall ist eine Begleitpersonen im Museum sinnvoll.
Es gibt diese Neuerungen: Der Parkplatz, der Weg zum Kassengebäude, das Kassengebäude selbst mit der entsprechenden Toilette, das Haus Öschelbronn am Eingang, wo man auf der linken Seite durch einen Eingang einfahren kann und mit dem Fahrstuhl in alle Stockwerke kommt. Im Keller sind ebenfalls entsprechende Toiletten, im OG (Obergeschoss) gibt es die Möglichkeit, sich den historischen Teil anzuschauen, im DG (Dachgeschoss) in den Veranstaltungs- und Vortragsraum zu kommen. Um die Türen zu öffnen, benötigt man Begleiter. Die lassen sich etwas schwer öffnen, das sind Brandschutztüren.
Dann wurde ein ebener Weg geschaffen, der eine kleine Runde durch das Museum führt und unten bei der Gastronomie wieder rauskommt. Und diese mit wenig Steigung und Gefälle. Der Schotterbelag ist nicht optimal, die Fahrrinnen sind nach wie vor vorhanden. Doch es wurde doch recht gut versucht, mehr Möglichkeiten zu schaffen. Im Vergleich zu vorher ist das schon ein Fortschritt.
Bei der öffentlichen Führung für mobilitätseingeschränkte Personen wird ein Teil der Führung draußen gemacht, ein Teil im Vortragssaal Öschelbronn über eine Powerpoint-Präsentation.

In den Hergtwiesen,
72660 Beuren,
Tel.: 07025-91190-0,
E-Mail: info@freilichtmuseum-beuren.de,
http://www.freilichtmuseum-beuren.de/barrierefrei-im-museum/